Ankündigung Auftritt 2014 und Bericht 2013 – Konzert der Refugees im Junity 2013

STROM & WASSER UND DIE FLÜCHTLINGSFRAUEN, FLOß-TOUR 2014

Eine Begegnung mit der Band “Strom & Wasser“ und Musikerinnen und Musikern aus deutschen Flüchtlingslagern im Friedberger Jugendhaus Junity am 5.August 2014.

Musikalisch erwartet das Publikum eine Mischung, wie sie bunter nicht gedacht werden kann: politische-kabarettistische Lieder, tanzbare Weltmusikgrooves, Ska, Reggae, Walzer, Tango, Rock: alles ist erlaubt und vermischt sich, trotz des hochdramatischen Themas: Lebensgefährliche Flucht und die unsichere Lage in den Ländern Europas, in denen die Flüchtlinge „stranden“.

Es war die wohl spektakulärste Tour des vergangenen Jahres, als Heinz Ratz und seine Band „Strom & Wasser“ das Unmögliche möglich machten und trotz Reise- und Arbeitsverboten mit Musikern aus Flüchtlingslagern auf Tour gingen. So erinnern sich noch Viele an den mitreißenden Auftritt  im Friedberger Junity im September letzten Jahres. In diesem Jahr soll die Floß-Tour vor allem Flüchtlingsfrauen die Möglichkeit geben, ihr Können zu zeigen und in Kontakt mit dem Publikum zu treten.

Das Junity, das Internationale Zentrum Friedberg und die Alevitische Gemeinde haben jetzt alles vorbereitet. Das Programm beginnt um 20 Uhr. Ab 19 Uhr ist Einlass. Die Alevitische Gemeinde Friedberg bietet ein türkisches Buffet an. Der Eintrittspreis von 6 Euro beinhaltet zusätzlich den freien Eintritt für einen Flüchtling oder Jugendlichen. Dies wurde möglich, weil für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung mit OVAG, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, evangelischem Dekanat Wetterau, Antifabi, Ticket-Shop Friedberg und Kreisverband Wetterau DIE LINKE, viele Sponsoren gefunden werden konnten. Karten können im Ticketshop Friedberg, in der Buchhandlung Bindernagel und bei den Veranstaltern erworben werden und, wenn noch Platz ist, natürlich auch an der Abendkasse.

Bericht vom Auftritt im letzten Jahr:

Friedberg (tuf). Am Dienstagabend verwandelte sich das Junity in einen stimmungsvollen Raum, gefüllt mit einem fröhlich tanzenden Publikum voll positiver Schwingungen. Die Band Strom & Wasser sorgte mit Musikern aus Flüchtlingslagern in Deutschland, den Refugees, für Begeisterung.

Wir wollen mit dem Bandprojekt auf die Menschenrechtsverletzungen in deutschen Flüchtlingslagern aufmerksam machen“, sagte Frontmann Heinz Ratz, der für das Projekt von der Bundesregierung mit der Integrations-Medaille ausgezeichnet wurde. Sozialdezernent Helmut Betschel-Pflügel gab mit dem Konzert den Startschuss für die Interkulturellen Wochen.Um auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam zu machen, bereiste Ratz 2011 deutsche Flüchtlingslager. So entstand der Kontakt zu asylsuchenden Musikern, die in ihrer Heimat teils gefeierte Künstler waren, in Deutschland aber mit Reise- und Arbeitsverboten belegt sind. Geduldete Flüchtlinge sind in der Regel der Residenzpflicht unterworfen, dürfen den Landkreis ihrer Ausländerbehörde nicht verlassen. „Die Musiker brauchen für jeden Auftritt mit uns eine Sondergenehmigung“, erzählte Ratz. Für die Aufnahme einer CD lud er die Flüchtlinge nach Hamburg ein. Das Album war ein voller Erfolg, sogar BBC und die öffentlich-rechtlichen Sender berichteten, inzwischen sind die Musiker auf der Abschlusstournee.

Die Band aus Flüchtlingen im Junity

Foto Till Uebelacker

Das Konzert war die Eröffnungsveranstaltung der Interkulturellen Wochen des Wetteraukreises, der gemeinsam mit dem Internationalen Zentrum Friedberg und der Alevitischen Gemeinde eingeladen hatte. „Die Anwesenden hier wollen eine interkulturelle Gesellschaft, aber noch nicht alle Menschen in Deutschland haben verstanden, dass Vielfalt eine Bereicherung ist“, sagte Schirmherr Helmut Betschel-Pflügel (Grüne).

Strom & Wasser gelingt es, die Musik der einzelnen Flüchtlinge – am Dienstag kamen sie aus Gambia und der Elfenbeinküste – stimmungsvoll zu integrieren, ohne den eigenen Sound zu verlieren. Die Band von Heinz Ratz ist bekannt für kritische Texte, mit ihrem Sound aus Punk, Ska und lateinamerikanischen Elementen machen sie seit Jahren Lieder über Themen wie Obdachlosigkeit oder Rechtsradikalismus. Die Musiker Jacques und Rebelino kommen aus der Elfenbeinküste und sind ein eingespieltes Duo. Während Jacques seine außergewöhnlichen Fähigkeiten an den Djembes (afrikanische Trommeln) demonstrierte, sang Rebelino zu Reggae-Sounds. Am Mikro waren auch Sam aus Gambia und die 18-Jährige Jamila mit voluminösen Funk- und Soul-Klängen zu hören. Die rund 200 Besucher im Junity waren begeistert. „Schön, dass an einem Dienstagabend so viele gekommen sind. Ich habe die Hoffnung, dass auch Deutschland irgendwann ein gastfreundliches Land wird“, freute sich Projekt-Initiator Heinz Ratz, der zum Abschluss ein Schlaflied für die Innenminister sang.

(Artikel aus der WZ vom 12.9.13 von Till Uebelacker)

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