Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Büdingen

Publiziert am 12. Januar 2015 von Johannes Hartmann

Wie der Presse zu entnehmen war, gab es ab Anfang November 2020 einen größeren Corona- Ausbruch in der Aufnahmeeinrichtung, die daraufhin komplett in Quarantäne gehen musste. Das hat alle Beteiligten viel Nerven gekostet. Hier ein kurzer Bericht aus dem Kreisanzeiger.

Am 26.12. wurde die Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen wegen eines Coronaausbruches erneut vollständig in Quarantäne versetzt. Beim letzten Coronaausbruch wurde ein Teil der Bewohner*innen in die Jugendherberge verlegt, um mehr Platz zu schaffen. 

Am 23.11.2020 wurden ca. 120 Flüchtlinge von der Erstaufnahme in die (geschlossene) Büdinger Jugendherberge umgesiedelt. Hier der Artikel im Kreisanzeiger.

Zwischenzeitlich hatte Dr. Merbs vom Gesundheitsamt des Wetteraukreises einem Teil der  dort Untergebrachten „unkooperatives Verhalten“ vorgeworfen.  Dabei zeigt sich überall, dass Massenunterkünfte besonders anfällig sind für die Verbreitung der Infektion und hier nur eine weitere „Entzerrung“ helfen kann. Gefördert wird Frust bei den Untergebrachten auch durch die wieder länger werdenden Wartezeiten auf die Asylbescheide und die dadurch entstandene Verlängerung der Verweildauer in der Erstaufnahme. Frage ist auch, ob die nötigem Maßnahmen den Betroffenen ausreichend erklärt werden.

Zur Geschichte:

Das Land Hessen hat in Büdingen auf dem Kasernengelände eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge seit Ende 2015 in Betrieb genommen, da die Erstaufnahmestelle in Gießen inzwischen  für eine menschenwürdige Unterbringung nicht mehr ausreichte, auch wenn diese nur für einen Zeitraum von ca. 4 Wochen vorgesehen ist, bis die Flüchtlinge auf die hessischen Kommunen verteilt werden. Dagegen gab es Widerstand in Büdingen, vor allem von Rechten. Inzwischen ist Routine eingekehrt und die Proteste sind verstummt, da, wie zu erwarten war, keine der Befürchtungen eingetreten ist. Im Gegenteil: Es gab neue Arbeitsplätze für Büdingen. Die Einrichtung ist seit längerem nur etwa zur Hälfte und heute (August 19) mit ca. 600 bis 750  Personen (inklusive Außenstelle Jugendherberge) belegt. Da es sich um eine selbständige Einrichtung handelt, (keine Außenstelle von Gießen) hat sie auch eine Abteilung des BAMF für Interviews und Anhörungen. Die meisten in der Wetterau lebenden Flüchtlinge werden jetzt dort interviewt.

Anfang 2019 ist die Einrichtung eine der Optionen für ein „Ankerzentrum“, bzw. eine Einrichtung, in der straffällig gewordene und vor der Abschiebung stehende Flüchtlinge inhaftiert werden sollen, was in etwa der Funktion dieser euphemistisch „Ankerzentren“ genannten Einrichtungen entspricht. Die Erstaufnahmeeinrichtung Büdingen soll einer der Optionen in Hessen dafür sein. Noch vor einem knappen Jahr sagte die hessische Landesregierung, das Hessen so etwas nicht brauche. 

Eine Demonstration von Rechten und Neonazis im Februar 2016 verpuffte und war von einer großen Gegendemonstration begleitet.

Das RP Gießen organisierte eine Infoveranstaltung zu dem Vorhaben in der Zinnkannhalle in Büdingen am 26.1. um 20 Uhr. Antifabi und IZF haben gemeinsam ein Flugblatt erstellt, um die Zusammenhänge zu erklären und rechter Hetze entgegenzutreten. 

Hier der Bericht der Wetterauer Zeitung über die Veranstaltung: WZ Bericht Erstaufnahme Buedingen

Unter diesem Link können Sie die Seite der Antifabi anklicken.

Nachdem die Flüchtlinge vom Wetteraukreis noch im Wohnheim in der Pfingstweide und anderen über den Wetteraukreis verstreuten Erstaufnahmestellen aufgenommen und von dort aus in die Kommunen weitergeleitet wurden, werden sie jetzt in der Friedberger Kaserne aufgenommen. Dieses Wohnheim wird in der Coronapandemie auch als Quarantänestation genutzt.

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