Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Büdingen und jetzt auch in Friedberg

Publiziert am 12. Januar 2015 von Johannes Hartmann

Wie am 9.11.21 bekannt wurde, hat die hessische Landesregierung entschieden, weitere Erstaufnahmeeinrichtungen zu eröffnen, eine davon in Friedberg in den Ray-Baracks. Zwei großen Häuser waren dort schon im Jahr 2015 zu einer Erstaufnahmeeinrichtung für etwa 1.000 Flüchtlinge umgebaut worden, was zwei Jahre später verworfen wurde. Da die jetzt geplante Neueröffnung im Rahmen von Corona-Problemen zustande kam, konnte davon aussgegangen werden, dass die 1.000 Plätze nicht ausgeschöpft werden. Jetzt, Ende 2022, werden die Kapazitäten doch für 1.000 Flüchtlinge ausgebaut, nachdem die Zahl der Flüchtlinge dramatisch zugenommen hat.

Aktuell: Neben den festen Gebäuden wurde nun noch eine Leichtbauhalle aufgebaut. Hier der Bericht in der WZ vom 4.11.22. Diese Art von Leichtbauhallen sind jetzt in verschiedenen Kommunen des Wetteraukreises geplant, und zwar auf Grundstücken, die die Kommunen zur Verfügung stellen sollen. In Glauberg, Kefenrod und Hirzenhain zum Beispiel gab es dagegen schon heftigen Widerstand. Lesen Sie dazu bitte auch die Artikel auf der Startseite der Homepage. Die Leichtbauhallen sollen verhindern, dass wieder Turnhallen oder Bürgerhäuser für die Unterbringung genutzt werden müssen.

Und hier der Artikel vom 17.11.21 in der WZ – Der Erstaufnahme soll im Februar 22 eröffnet werden Und hier der Link zum Artikel mit Bild

Auch die Erstaufnahme in Büdingen ist Ende 2022 wieder voll besetzt. Friedberg und Büdingen erhalten deshalb keine Flüchtlinge direkt zugewiesen. Die ukrainischen Flüchtlinge, die sich selbst Wohnraum beschaffen können, haben allerdings Niederlassungsfreiheit.

Zur Geschichte:

Das Land Hessen hat in Büdingen auf dem Kasernengelände eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge seit Ende 2015 in Betrieb genommen, da die Erstaufnahmestelle in Gießen inzwischen  für eine menschenwürdige Unterbringung nicht mehr ausreichte, auch wenn diese nur für einen Zeitraum von ca. 4 Wochen vorgesehen ist, bis die Flüchtlinge auf die hessischen Kommunen verteilt werden. Dagegen gab es Widerstand in Büdingen, vor allem von Rechten. Inzwischen ist Routine eingekehrt und die Proteste sind verstummt, da, wie zu erwarten war, keine der Befürchtungen eingetreten ist. Im Gegenteil: Es gab neue Arbeitsplätze für Büdingen. Die Einrichtung ist seit längerem nur etwa zur Hälfte und heute (August 19) mit ca. 600 bis 750  Personen (inklusive Außenstelle Jugendherberge) belegt. Da es sich um eine selbständige Einrichtung handelt, (keine Außenstelle von Gießen) hat sie auch eine Abteilung des BAMF für Interviews und Anhörungen. Die meisten in der Wetterau lebenden Flüchtlinge werden jetzt dort interviewt.

Anfang 2019 ist die Einrichtung eine der Optionen für ein „Ankerzentrum“, bzw. eine Einrichtung, in der straffällig gewordene und vor der Abschiebung stehende Flüchtlinge inhaftiert werden sollen, was in etwa der Funktion dieser euphemistisch „Ankerzentren“ genannten Einrichtungen entspricht. Die Erstaufnahmeeinrichtung Büdingen soll einer der Optionen in Hessen dafür sein. Noch vor einem knappen Jahr sagte die hessische Landesregierung, das Hessen so etwas nicht brauche. Allerdings können auch in den jetzigen Erstaufnahmeeinrichtungen Alleinstehende bis zu 1 1/2 Jahre verbleiben müssen. Wohl in der Hoffnung, dass das Asylverfahren in dieser Zeit abgeschlossen werden kann und Abgelehnte dann einfacher ageschoben werden können.

Eine Demonstration von Rechten und Neonazis im Februar 2016 verpuffte und war von einer großen Gegendemonstration begleitet.

Das RP Gießen organisierte eine Infoveranstaltung zu dem Vorhaben in der Zinnkannhalle in Büdingen am 26.1. um 20 Uhr. Antifabi und IZF haben gemeinsam ein Flugblatt erstellt, um die Zusammenhänge zu erklären und rechter Hetze entgegenzutreten. 

Hier der Bericht der Wetterauer Zeitung über die Veranstaltung: WZ Bericht Erstaufnahme Buedingen

Unter diesem Link können Sie die Seite der Antifabi anklicken.

Nachdem die Flüchtlinge vom Wetteraukreis noch im Wohnheim in der Pfingstweide und anderen über den Wetteraukreis verstreuten Erstaufnahmestellen aufgenommen und von dort aus in die Kommunen weitergeleitet wurden, werden sie jetzt in der Friedberger Kaserne aufgenommen. Dieses Wohnheim wird in der Coronapandemie auch als Quarantänestation genutzt.

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