Wetterauer Ausländerbehörde in der Kritik

Seit über einem Jahr gibt es Chaos bei der Wetterauer Ausländerbehörde: Sie ist unterbesetzt und nach Außen hin abgeschottet. Für Sozialarbeiter und Ehrenamtliche ist sie kaum noch erreichbar, telefonisch schon gar nicht. Der Leiter der Ausländerbehörde nimmt an keinen Netzwerktreffen mehr teil, so dass die Behörde im eigenen Saft schmort. Kleinere Probleme können nicht auf kurzem Weg gelöst werden und bauen sich zu immer größeren Problemen auf. So kam es beispielsweise vor, das Geflüchtete, die ihre Aufenthaltserlaubnis nicht verlängern konnten, einfach, weil sie nicht drankamen, ihren Unterhalt gekürzt bekamen. Die Schuld wurde also ihnen zugewiesen, obwohl die Zustände bei der ABH die Ursache für das Problem war. Und den ganzen Stress, das rückgängig zu machen, können sich eigentlich nur die Ehrenamtlichen vorstellen, die sich damit befassen müssen, damit die betroffenen Flüchtlinge nicht am Hungertuch nagen.

Die Bearbeitung von größeren Problemen wie z.B. die Beantragung einer Arbeitserlaubnis dauert Monate. Über erfolgreiche Familienzusammenführung werden Kommunen nicht informiert, so dass die Familien dort plötzlich auf der Matte stehen, während der Familienangehörige nur einen Platz in einer Flüchtlingsunterkunft hat. Dies nur einige Beispiele, wohin die „Willkommenskultur“ im Wetteraukreis inzwischen gekommen ist. Dabei zeichnet sich eine seit vielen Monaten versprochene Besserung der Lage nicht ab. Hier müssen Notmaßnahmen ergriffen werden, soll das nicht in vollständigem Chaos enden. Leidtragende sind die Geflüchteten, die anderen auf die Ausländerbehörde angewiesenen Zuwanderer und die ehrenamtlichen Unterstützerinnen.

Die AG-Flüchtlingshilfe hat schon zwei Gespräche mit Herrn Weckler gehabt, bei denen dieser den Schilderungen der schlimmen Verhältnisse nicht widersprach, die Verantwortung dafür allerdings von sich wies, ähnlich wie Landrat Arnold (Siehe Link weiter unten)

Hier der Link zu einem Artikel aus der FNP zur Situation im August 2017

Dazu eine Stellungnahme von Landrat Arnold , die natürlich nicht befriedigen kann, denn viel zu lange schon halten diese Zustände an!

Und hier fordern die Grünen die Reform der Ausländerbehörde. Unserer Kenntnis nach ist es tatsächlich so, dass die Arbeit der ABH zum Teil selbst verschuldet ist. So werden in vielen Fällen nach wie vor sehr kurze Zeitspannen zwischen der Verlängerung der Duldungen ausgegeben, was den Arbeitsanfall weiter erhöht. Nach Auskunft von 1. Kreisbeigeordneten Jan Weckler wurden zwar 4 halbe Stellen inzwischen neu besetzt, allerdings mit dem Ziel, Abschiebungen zu beschleunigen.

Weiteres zur Rückentwicklung der Willkommenskultur beim Wetteraukre9is finden Sie hier.