Bericht über die geleistete Arbeit im Quartiersmanagement Friedberg

Berichtszeitraum: Mai 2012 bis August 2013

Vorarbeit:

Zum 15.05.12 wurden in der Usagasse 8 in Friedberg ein Gruppenraum mit Büro für das Quartiersmanagement angemietet. Bürgermeister, Herr Keller hatte mehrere Objekte um den Fünf-Finger-Platz besichtigt, um geeignete Räumlichkeiten zu finden. Auch bei dem Abschluss des Mietvertrags engagierte sich Herr Keller persönlich in Gesprächen mit dem mittlerweile verstorbenen Vermieter, Dr. Lüder. Es folgte die Umgestaltung und Ausstattung des Büros und des Gruppenraums in enger Absprache mit dem Bürgermeister. Das Stadtteilbüro wurde unter anderem mit Beamer und Präsentationsmaterialien ausgestattet, um eine kreative Workshoparbeit zu ermöglichen.

Zusammen mit den Mitarbeitern des Sanierungsbüros der Nassauischen Heimstätte fand in regelmäßig stattfindenden Terminen  die gemeinsame Erarbeitung des Konzepts des Quartiersmanagements, der ersten Projekte, Flyer und Plakate statt. Die Flyer wurden in der Nachbarschaft verteilt und liegen ebenso wie das Informationsmaterial anderer Institutionen, Vereine und Behörden im Fünf-Finger-Treff aus. Mit halbtransparenten A1 Plakaten an den Ladenfenstern des Treffs wird in wenigen Stichpunkten über die Arbeit, die Angebote, Projekte, Öffnungszeiten und Kontaktdaten des Quartiersmanagements und der Integrationsarbeit informiert.

Außerdem führte die Quartiersmanagerin Gespräche mit Nachbarn und anderen Akteuren über die Wohn- und Lebenssituation in der Altstadt, um deren Wünsche und Bedürfnisse in die Planung der Angebote des Quartiersmanagement miteinfließen zu lassen.

Eröffnung

Am 18.08.12 eröffnete Bürgermeister Keller zusammen mit Frau Woll vom Sanierungsbüro und der Quartiersmanagerin, Sabine Schäfer, das Quartiersbüro am Fünf-Finger-Platz, dass den treffenden Namen Fünf-Finger-Treff erhielt. Die Eröffnungsveranstaltung fand mit zahlreicher Beteiligung von Anwohnerinnen und Anwohnern der Altstadt statt und gab Gelegentheit zu vielen Gesprächen zwischen Anwohnern, Verwaltung und Politik. Die Presse begleitete die Eröffnung und dokumentierte das Geschehen in Bild und Wort.

Öffentlichkeitsarbeit

Ab September 2012 wurden konkrete Beteiligungsangebote für die Akteure der Altstadt durchgeführt: ein monatliches Nachbarschaftstreffen und die Zukunftswerkstatt. In diese Treffen brachten sich viele Nachbarn, die Nachbarschaftsinitiative Altstadt und Herr Hartmann als Anwohner und erster Vorsitzender des Internationalen Zentrum Friedbergs ein.

Am 09.10.12 fand eine Pressekonferenz im Fünf-Finger-Treff unter Beteiligung des Bürgermeisters, Herr Keller, Frau Woll vom Sanierungsbüro, der Quartiersmanagerin und von Jounalistinnen und Journalisten verschiedener regionaler und überregionaler Zeitungsverlage statt, um die Arbeit der ersten neunzig Tage vorzustellen. Die Öffentlichkeitsarbeit des Quartiersmanagements wird auf Wunsch von Bürgermeister Keller unterstützt durch die regelmäßigen Pressemitteilung der freien Journalistin, Frau Himmighofen-Strack. In diesen Pressemitteilungen werden die monatlichen Termine und Angebote des Quartiersmanagements in verschiedenen regionalen und überregionalen Zeitungen angekündigt, nicht nur um zu informieren, sondern auch um einen positiven Beitrag zu Außendarstellung der Friedberg Altstadt zu leisten. Für die Ankündigung von Veranstaltungen werden zusätzlich Flyer und Aushänge angefertigt, um die Akteure der östlichen Altstadt durch direkte Ansprache und Verteilung in die Briefkästen zu informieren. Des weiteren werden Einladungen zu den Veranstaltungen über einen Email-Verteiler versendet.

Beteiligungsangebot für die Bewohnerinnen der östlichen Altstadt

In Gesprächen mit Nachbarn wurden verschiedene Themen und Projektideen diskutiert und erarbeitet, indem Kritikpunkte, Beschwerden, Interessen und Verbesserungs-vorschläge in konstruktiven Zusammenhang gestellt wurden. Als Schwerpunkt der Kritik und Beschwerden über den Stadtteil wurden immer wieder Ruhestörungen durch nächtliche Randale, lärmende und fußballspielende Kinder, nicht entsorgter Müll, Überbelegung von Wohnungen, der Kneipenbetrieb mit nur einer Sperrstunde, die Wettbüros, die Prostitution und der Drogenhandel erwähnt. Beklagt wurde auch das Fehlen von Grün- und Spielflächen für die Kinder. Vielfach wurde auch die mangelnde Erziehung der Kinder beklagt, die bis 11 Uhr nachts auf der Straße spielen, ihre Mahlzeiten teilweise beim Spielen auf der Straße zu sich nehmen und häufig über keine ausreichenden Sprachkenntnisse verfügen.

Zusätzlich fanden Gespräche mit Eigentümern, Investoren und verschiedenen Institutionen, u.a. der Grundschule, den Kindergärten, den Moscheen, Verwaltung, Bibliothekszentrum Klosterbau, FAB gGmbH, Karl Wagner Haus, Caritas, Diakonie, Migrationsberatung des DRK, Frauenzentrum Friedberg, Frauenhaus Wetterau und vielen anderen statt, um Informationen auszutauschen, Meinungen, Ideen und Anregungen zu sammeln und verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei zukünftigen Projekten zu besprechen. Als Themen wurden insbesondere Grün- und Spielflächen für Kinder und Jugendliche, Sprach- und Integrationskurse, Lesenachmittage für Kinder, die Müllproblematik in der Altstadt, ein generationenübergreifender Mittagstisch und Hilfen für Mütter mit Migrationshintergrund angesprochen.

In einer Sitzung des Bildungsforums und in einer Sitzung des Ortsbeirats Kernstadt wurde das Konzept des Quartiersmanagements und die Beteiligungsmöglichkeiten und geplanten Veranstaltungen vorgestellt. Das Quartiersmanagement beteiligt auch Kinder und Jugendliche an der Gestaltung der Altstadt. Sie berichteten über ihre Spielsituation in den Schulhöfen und auf den Straßen der Altstadt. Das Fußballspielen ist nur auf dem unteren Schulhof der Musterschule erlaubt gewesen. Mit Beginn der Bauarbeiten für die neue Sporthalle und die Cafeteria war der untere Schulhof gesperrt und wird nicht mehr für die Freizeitgestaltung der Kinder am Nachmittag zur Verfügung stehen. Der obere Schulhof der Musterschule wurde durch Engagement des Fördervereins und des Schulelternbeirats und mit Unterstützung der Stadt Friedberg umgestaltet und dient seitdem nachmittags als Spielplatz. Der städtische Spielplatz neben dem unteren Schulhof ist häufig verdreckt durch Zigratetten, Müll und Glasscherben. Sie fahren gerne Roller und Fahrrad, spielen Fußball – der gelegentlich auch gegen Mauern, Tore und Fenster fliegt. Insbesondere ältere deutsche Nachbarn beschweren sich regelmäßig, dass die Kinder mit überwiegend ausländischer Herkunft zu laut sind. Den Kindern wird häufig das Fußballspielen verboten mit dem Hinweis sie sollen in der Straße spielen, in der sie wohnen oder auf die Seewiese gehen. Die Eltern lassen insbesondere  die jüngeren Kinder nicht gerne alleine zur Seewiese gehen, weil sie sie dann nicht mehr in Blick- und Rufweite haben.

Zukunftswerkstatt und weitere Arbeitsgruppen

In der Zukunftswerkstatt trafen sich ca. vierzehn Akteure aus der Altstadt, um die Möglichkeit zu nutzen Kritik und Verbesserungsvorschläge zu äußern, ihre Vorstellung vom Idealzustand des Stadtteils zu beschreiben und konkrete Projekte der Selbsthilfe zu entwickeln. Ein großes Interesse wurde insbesondere hinsichtlich eines Informations- und Meinungsaustauchs mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung geäußert, um die Pflichten und Rechte der Anwohner/innen im Stadtteil besser einschätzen und einfordern zu können. Ein weiteres Anliegen war die Kommunalpolitik in den regelmäßigen Informationsaustausch mit der Stadtverwaltung einzubeziehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftswerkstatt regten die Erstellung eines Bebauungsplans für die Usagasse und die Engelsgasse an, um die Nutzungsmöglichkeiten genauer zu regeln.  Viele Themen, die in der Zukunftswerkstatt angesprochen wurden, wurden auch von Nachbarn in persönlichen Gesprächen geäußert. Die Stimmen, die die Altstadt lobten, wegen der Vielfalt an Angeboten und der kurzen Erreichbarkeit von Geschäften und Behörden, waren im Vergleich zu den Beschwerden gering. Die Hauptthemen der Beschwerden waren nächtliche Ruhestörung, Fußball spielende Kinder, falsche Müllentsorgung, zuviel Verkehr.

Im November 2012 entwickelte sich die Zukunftswerkstatt weiter zu einzelnen Arbeitsgruppen, die die Themen Mehr Grün, Müll, Nachbarschaftsfest, sowie Kinder und Jugendlichen bearbeiteten und verschiedene Projekte entwickelten. In den Arbeitsgruppen waren durchschnittlich neun Personen aktiv. Die Arbeitsgruppen beschlossen sich privat zu treffen und nicht im Fünf-Finger-Treff, um unabhängig von den Öffnungszeiten Termine vereinbaren zu können. Einmal im Monat trafen sich die Arbeitsgruppen im Fünf-Finger-Treff, um sich über ihre Projekte auszutauschen. Im Januar 2013 wurden dann für die Arbeitsgruppen im Fünf-Finger-Treff Termine angeboten, um neuen Interessierten die Möglichkeit zur Teilnahme anzubieten. Die Arbeitsgemeinschaft Müll führte ein Informatinosgespräch mit dem 1. Stadtrat, um ihre Beschwerden und Änderungsvorstellungen hinsichtlich der Müllsituation in der Altstadt zu erörtern. Die mehrsprachigen Informationsflyer der Friedberger Entsorgungsbetriebe, die in mehreren Sprachen vorliegen, wurden von den Teilnehmern der Arbeitsgemeinschaft in die Briefkästen der Altstadt verteilt. Die AG Mehr Grün hatte verschiedene Ideen entwickelt, beispielsweise für Pflanzenpatenschaften, die jedoch nicht weiter verfolgt wurden. Die AG Kinder und Jugendliche beschäftigte sich mit den Möglichkeiten für Grün- und Spielflächen sowie pädagogischen Angeboten für Kinder und Jugendliche in der Altstadt. Verschiedene Mitglieder der AG unterstützten ehrenamtlich den Kinder- und Mädchenworkshop. Die AG Nachbarschaftsfest trug verschiedene Ideen zur Durchführung eines Nachbarschaftsfestes zusammen und diskutierte Probleme hinsichtlich der Versicherung und Haftung. Schließlich bot das Internationale Zentrum Friedberg e.V. mit Unterstützung des Quartiersmanagement an, die Organisation des Nachbarschaftsfestes zu übernehmen. Zu den Themen Lärm, Ruhestörung, Verkehr in der Altsadt, Belästigungen durch betrunkene Gäste der Kneipen wurde in den Arbeitsgruppen nicht diskutiert. Die Bürgerinitiative Altstadt, die sich intensiv mit diesen Themen auseinander gesetzt hatte, wollte weiterhin unabhängig vom Quartiersmanagement zu diesen Themen arbeiten.

Die Arbeitsgruppen, die bisher getrennt zu einzelnen Themen gearbeitet hatten, begannen sich ab Mai 2013 in themenübergreifenden Projektgruppen zweimal im Monat zu treffen. Diese Projektgruppen befassen sich mit der Organisation und Umsetzung konkreter Projekte und Veranstaltungen, wie z.B. das Nachbarschaftsfest. Das Internationale Zentrum Friedberg e.V. erklärte sich bereit mit Unterstützung des Quartiersmanagements und des Stadtjugendrings das Nachbarschaftsfest am 25.05.13 zu planen und umzusetzen. Das Nachbarschaftsfest wurde von vielen Anwohnerinnen und Anwohnern der Altstadt gut besucht. Das Karl-Wagner-Haus und das Frauenzentrum boten Informationen zu ihrer Arbeit und Hilfsangeboten an.

Als im November 2012 die Situation in der Musterschule eskalierte, fanden mehrere Diskussionsrunden und Gespräche mit der Musterschule statt, an denen sich Bürgermeister Keller und die Quartiersmanagerin Sabine Schäfer beteiligten. Die Direktorin als auch Lehrerinnen klagten über aggressive Kinder mit großen sprachlichen, sozialen und schulischen Defiziten, Auseinandersetzungen mit ausländischen Eltern, Drohungen und sogar tätliche Angriffen von Eltern gegenüber Lehrerinnen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin an der Schule stark verstärkt. Außerdem forderte das Kollegium die Einstellung von männlichen Kollegen und die Einrichtung von Schulsozialarbeit. Wegen der Zerstörungen auf dem Schulhof und der tätlichen Übergriffe auf Lehrerinnen wurde außerdem um einen Sicherheitsdienst, eine Türsprechanlage mit Kamera und einen Notfallknopf für das Sekretariat und um die Abschließung des Schulhofs gebeten. Der Schulträger und Bürgermeister Keller sicherten zu die gewünschten Sicherheitsmaßnahmen auf Umsetzung zu überprüfen. Mittlerweile gibt es eine Türsprechanlage und die Stadt Friedberg untersützt die Schule finanziell in der Schulsozialarbeit. Das Schulamt bietet Beratung und Supervision für die Lehrer an. Es wurden auch Sprachkurse für die ausländischen Eltern nachgefragt. Solche Sprachkurse werden durch verschiedene Sprachkursträger in Friedberg angeboten. Frauen-Arbeit-Bildung gGmbH bietet berufsbezogene Sprachkurse an und soll für eine Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement in der Altstadt gewonnen werden. Außerdem steht das Quartiersmanagement und das IZF mit seinen Integrationslotsen ausländischen Eltern zur Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Leider ist es bisher zu keiner konkreten Zusammenarbeit zwischen Schule, Quartiersamnagement und IZF e.V. gekommen, da die Schule die unterbreiteten Angebote bisher nicht abfragt hat. Die Schuldirektorin hat zum Beginn des Schuljahres im August 2013 die Schule verlassen. Die kommissarische Leitung hat Frau Weil von der Grundschule Ockstadt übernommen. Mit ihr wurde bereits Kontakt aufgenommen, um die weitere Zusammenarbeit zu koordinieren.

Osteuropäische Wanderarbeiter und Zuwanderer

Mitte Dezember 2012 hat sich eine neue Nachbarschaftsinitiative in der Altstadt gegründet, die sich insbesondere mit der Thematik der osteuropäischen Zuwanderer in der Altstadt auseinandersetzt und die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen dieser Menschen kritisierte. Im Zentrum der Kritik standen Häuser, in die seit längerer Zeit nicht investiert wurde und die mit überwiegend bulgarischen Wandererabeitern überbelegt waren. In diesem Zusammenhang ergab sich auch das Problem der Vermüllung, weil nicht genügend Mülltonnen von den Hauseigentümern zur Verfügung gestellt wurden. Besonders in den Sommermonaten halten sich die Wanderarbeiter auf der Straße auf, um zu rauchen und sich miteinander zu unterhalten. Diese Männergruppen wurden von der langjährigen überwiegend deutschen Nachbarschaft als bedrohlich und gefährlich eingeschätzt. Gewalttätige oder kriminielle Übergriffe hat es aber bisher in der Altstadt nicht gegeben. Außerdem beschwerten sich Ladenbesitzer, dass ihre Kundschaft von diesen Männergruppen abgeschreckt wird in die Altstadt zu gehen. Sorge äußerte die Initiative auch hinsichtlich der Entwertung ihrer „mit hohem privaten Aufwand sanierten Häuser“.

Die Ideen und Anregungen wurden von Bürgermeister Herr Keller positiv aufgenommen und  beispielsweise durch die Einrichtung einer ämterübergreifenden Koordinierungs-gruppe für die Themen der Altstadt und die Beauftragung des Bauamts mit der Erstellung eines Bebauungsplans für die Altstadt umgesetzt. Herr Keller befasste sich intensiv mit den Beschwerden der Anwohner der Altstadt und wirkte auf Lösungsmöglichkeiten insbesondere hinsichtlich Müllentsorgung und Lärmbelästigung hin. Zusätzlich fanden regelmäßige Gesprächstermine zwischen Verwaltung und Nachbarschaftsinitiative statt, um die Beschwerden der Nachbarschaftsinitiative aufzugreifen und gezielt abzuarbeiten. Die Beschwerden und Anregungen wurden in der ämterübergreifenden Koordinierungsgruppe bearbeitet und nach Möglichkeit gelöst. Beteilt an den regelmäßigen Treffen der Koordinierungsgruppe ist das Amt für soziale und kulturelle Angelegenheiten und das Ordnungsamt. Informationen anderer Ämter werden je nach Fragestellung zusätzlich angefordert. Die Belegung der Häuser in der Altstadt wurde mit den vorliegenden Meldezahlen verglichen, um einer Überbelegung entgegenzuwirken. Der Brandschutz wurde überprüft. Die Versorgung mit einer angemessenen Zahl von Mülltonnen konnte verbessert werden. Es wurden bauliche Auflagen erlassen und von den betroffenen Hauseigentümern umgesetzt.

In einem Gespräch mit Marcus Schenk, Quartiersmanagement Offenbach, wurden Informationen und Erfahrungen hinsichtlich der Zuwanderung von osteuropäischen Wanderarbeitern ausgetauscht. In Offenbach leben ca. 500 bis 1000 Wanderarbeiter teilweise mit ihren Familien auf der Straße und übernachten in Autos und Kleinbussen. Das Quartiersmanagement Offenbach arbeitet eng zusammen mit dem Bürgermeister und anderen städtischen Ämtern, wie z.B. dem Ordnungsamt und der Meldebehörde, der Migrationsberatung, der Polizei, dem Zoll und dem Finanzamt. Die osteuropäischen Zuwanderer werden aufgrund einer seit zwanzig Jahren erfolgenden Umsiedlung über die gesamte Stadt verteilt, um dem Entstehen von Brennpunkten entgegen zu wirken. Die Ansprache der Wanderarbeiter ist so gut wie unmöglich. Familien, die sich einer einvernehmlichen Lösung von Überbelegung entgegenstellen, werden zwangsweise aus der Wohnung geräumt.

Die Zuwanderung von osteuropäischen Wanderarbeitern stellt für die Friedberger Altstadt eine besondere Belastung dar, weil die Wohnungsversorgung der Menschen nicht gesichert ist. Zusätzlich führen die geringen Einnahmen der häufig selbständig Gewerbetreibenden zu einer Überbelegung güngstigen und renovierungsbedürftigen Wohnraums. Die Sprachkenntnisse fehlen, so dass keine funktionierende Kommunikation mit der Nachbarschaft, Behörden und Schule erfolgen kann. Besonders an den Schulen führen die fehlenden Sprachkenntnisse sowohl der osteuropäischen Eltern als auch deren Kinder zu großen Problemen. Aber auch mangelnde soziale Kenntnisse und Fähigkeiten erschweren das Zusammenleben in  Schule und Nachbarschaft. Die Intensivklasse für Schüler ohne deutsche Sprachkenntnisse an der Musterschule ist bereits überbelegt und es stehen keine zusätzlichen Lehrer zur Verfügung.

Sowohl Bürgermeister Keller als auch die Quartiersmanagerin Sabine Schäfer haben in diesem Zusammenhang mehrer intensive Gespräche geführt, unter anderem mit den Leiterinnen der Kindergärten in der Altstadt, mit der Direktorin der Musterschule und der Sozialarbeiterin der Henry-Benrath-Schule, um sich über die Probleme dort zu informieren und eine Zusammenarbeit aufzubauen. Bürgermeister Keller hat in diesem Zusammnenhang eine Unterstützung der Schulsozialarbeit durch die Stadt Friedberg für die Musterschule zugesagt. Das Quartiersmanagement hat verschiedene Informationsveranstaltungen zu den Themen Spracherwerb, arbeitsrechtliche Situation und Krankenversicherung sowie Wohnen durchgeführt bzw. geplant.

Der Bericht wurde von der Quartiersmanagerin Sabine Schäfer für das Stadtparlament auf eine Anfrage der UWG hin erstellt.

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