Umsonstladen

Presserklärung vom 13.9.2017:

Schock für MitarbeiterInnen und KundInnen des Umsonstladens in Friedberg:

Wetteraukreis untersagt Nutzung der Umsonstladen-Räume mit sofortiger Wirkung

Diese Verfügung ist das Ergebnis einer Begehung der Bismarckstraße 2 in der vergangenen Woche, bei der das Bauordnungsamt des Wetteraukreises alle Gebäudeteile auf den Brandschutz hin überprüfte.

Begründet wird die Maßnahme vor allem mit dem Fehlen eines zweiten Rettungsweges im Brandfalle, aber auch mit einer nicht vorliegenden Baugenehmigung für die Nutzung der Kellerräume als Umsonstladen.

„Zur Unterstützung von Flüchtlingen und anderer Personen, die Interesse an einem Warenaustausch ohne Geld haben, will eine Initiative aus dem Arbeitskreis Flüchtlinge gemeinsam mit dem IZF einen Sozialmarkt bzw. Umsonstladen gründen, wie sie es schon in ca. 70 weiteren Kommunen in Deutschland gibt. Der Umsonstladen hat inzwischen Räume angemietet und will am 28.2.15 um 10 Uhr eröffnen.“ So lautete der Aufruf für die Gründung des Umsonstladens nach der Anmietung der Räumlichkeiten im Zentrum Friedbergs. Dem war eine lange Suche nach geeigneten Räumen vorausgegangen. Die bis dahin ergebnislose Suche hatte einige der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen schon ziemlich entmutigt, so dass die Initiative im Ansatz zu scheitern drohte. Das zeigt auch ein Artikel in der WZ mit dem Untertitel „Mitarbeiter und Räume gesucht“ vom 14.3. 2014. Deshalb waren die Initiatoren froh, die dortigen Kellerräume nutzen zu können, obwohl von Anfang an klar war, dass diese keine Ideallösung darstellten.

„Die Notwendigkeit eines zweiten Fluchtweges im Brandfalle aus Kellerräumen, in denen sich zeitweise viele Menschen aufhalten, kann ich nicht von der Hand weisen. Daher gehe ich bei der Nutzungsversagung durch den Wetteraukreis auch nicht von behördlicher Schikane aus. Das ist ja ein Vorwurf, den man bei ähnlichen Maßnahmen sonst schon öfter mal hört“, sagt Johannes Hartmann, Vorsitzender des Vereins Internationales Zentrum Friedberg (IZF), unter dessen Fittiche die damalige Umsonstladen-Initiative geschlüpft war.

Mit dem Vermieter herrscht Einigkeit, dass eine weitere Nutzung der Kellerräume außer als Lager momentan nicht möglich ist.

Der Umsonstladen setzt sich sehr für die Nachhaltigkeit von Ressourcen und daher für eine längere sinnvolle Nutzung von Haushaltsgegenständen ein, indem diese kostenlos an Bedürftige weitergegeben werden. Jeden Samstag finden sich rund 90 Personen vor der Pforte des Umsonstladens ein, das zeigt deutlich die Notwendigkeit dieser Einrichtung. Bis heute haben sich die rund 20 Ehrenamtlichen hier große Verdienste erworben und sind für ihr Engagement bereits mehrfach öffentlich geehrt worden. Ein großer Dank gilt aber auch den unzähligen Bürgern aus Friedberg und Umgebung, die mit ihren Sachspenden diese gute Arbeit erst möglich machen. „Dass bei dieser Gelegenheit auch viele Anreize zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten mit auf den Weg gegeben werden, versteht sich von selbst“, so Klaus Edzards, einer der schon langjährigen Aktiven.

Die Schließungsverfügung nehmen Hartmann und Edzards zum Anlass, um erneut und intensiv nach neuen Räumen zu suchen. Sie appellieren an alle, die über geeignete und leer stehende Räumlichkeiten in der Kernstadt oder den anliegenden Gemeinden verfügen und die sich Gedanken über ein nachhaltiges und soziales Leben in unserer Gesellschaft machen, dem IZF ein Angebot zu machen. Mailkontakt: izf@x3x.de

In dieser Rubrik finden Sie alle Informationen zum Umsonstladen. Der Umsonstladen hat inzwischen auch eine eigene Webseite:

http://www.umsonstladen-friedberg.de/index.html

und hier der Link zur Facebook-Seite:

https://www.facebook.com/UmsonstladenFriedberg?ref=aymt_homepage_panel

Und hier der Hinweis auf die nächste Veranstaltung des Umsonstladens am 10.5.16:

Veranstaltung des Umsonstladens zu Elektroaltgeräten

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